25 Jahre Theatergruppe der

Beruflichen Schulen Gelnhausen


Seit 1984 besteht mittlerweile die Theatergruppe der Beruflichen Schulen Gelnhausen. Sie ist damit die älteste kontinuierlich arbeitende Arbeitsgruppe nicht nur an unserer Schule, sondern sogar die älteste Theatergruppe an einer beruflichen Schule in Hessen.

Jedes Jahr aufs Neue  jeweils von September bis Mai/ Juni des Folgejahres bereiten wir ein abendfüllendes Theaterstück vor. Realisiert wird alles, von Bühnenbild und Requisite über Kostüme, Maske, Frisuren, Musik, Ton und Technik sowie der größte Teil des Marketings außerhalb des Unterrichts: An Samstagen, am späten Nachmittag und in den Ferien. Bis auf die Probenwoche vor der Premiere fällt dafür keine einzige Unterrichtsstunde aus – und das seit 23 Jahren! Auch das ist einmalig an unserer Schule und in Hessen.

Für jede der genannten Sparten haben, zum Teil schon seit mehr als zehn oder sogar zwanzig Jahren,  mittlerweile zehn Kolleginnen und Kollegen unentgeltlich und überwiegend ohne schulische Entlastung die Leitung der jeweiligen Arbeitsgruppen übernommen.

Das Ergebnis unserer Arbeit präsentieren wir im Frühsommer jeden Jahres in drei bis vier öffentlichen Aufführungen in der Stadthalle Gelnhausen.

Ein mehrphasiger Prozess, über Körperwahrnehmung und Körperausdruck, Schulung von Mimik und Gestik, Stimmbildung, Aussprache und intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten des jeweils ausgewählten Stückes, bereitet die Darstellergruppe auf die öffentliche Präsentation ihres Projekts vor großer Öffentlichkeit vor.

Genauso wichtig sind die Vorbereitungen der Bühnenbild- und Requisitengruppe sowie der Teams für Kostüme, Maske und Frisuren. Hier geht es neben der Einübung und Beherrschung handwerklicher Fähigkeiten (Holz-, Metall-, Kunststoff- und Malerarbeiten, Technik, Schminke, Frisuren, Anfertigen von Requisiten, Schneiderarbeiten und vieles mehr) auch um die Einarbeitung in die historische Stilkunde, Organisation von benötigten Möbelstücken, Kostümen und Requisiten.

Zudem muss ein Licht- und Tonplan mit den notwendigen Effekten, Ton- und Musikeinspielungen, passend zu dem jeweiligen Stück, zunächst entwickelt und dann auch mit mit dem benötigten technischen Equipement beschafft, installiert und bedient werden.

Ohne wirksames Marketing und die nötigen Finanzmittel sind auch die größten Anstrengungen aller anderen Gruppen nicht von Erfolg gekrönt. Deshalb engagiert sich unsere Marketinggruppe seit Jahren für entsprechende Presseartikel, Plakate und ein umfangreiches Programmheft mit Schülerbeiträgen zum Stück und Werbeanzeigen aus der freien Wirtschaft. Seit drei Jahren führt sie auch eine Befragung des Premierenpublikums (Evaluation)  zum jeweiligen Projekt durch. Die Ergebnisse werden im folgenden Programmheft veröffentlicht, Kritik und Anregungen bei der Vorbereitung des nächsten Projekts berücksichtigt.

Für die beteiligten Schülerinnen und Schüler, aber genauso für die Lehrkräfte bedeutet eine Mitarbeit in unserem Projekt zunächst einmal eine erhebliche Mehrarbeit, den Wegfall des freien Samstags, in den Wochen vor der Premiere größtmöglichen Stress, Auseinandersetzungen mit verständnislosen Mitschülern und Lehrkräften, zum Teil auch Eltern und Betrieben.

Die positive Seite überwiegt jedoch, vor allem für die Schülerinnen und Schüler!

Individuelle Kompetenzen werden gefördert: Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Sprachkenntnisse, Artikulationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Disziplin,  Durchsetzungsfähigkeit, Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein für sich und andere, Toleranz, Kreativität, Durchhaltewillen,

Lernwillen, Freude an Literatur und Kultur, Erprobung handwerklicher, organisatorischer und technischer Fähigkeiten, Erweiterung historischer Kenntnisse, Experimentierfreude. In einem Wort: Ein derart fast alle Fähigkeiten eines Menschen forderndes Projekt steht in der Tradition eines humanistischen Bildungsbegriffs von Schule, dem es um die allseitige Förderung des Menschen geht.

In unserer langen Theatergeschichte haben wir schon recht viel ausprobiert: Von klassischen Komödien bis zu modernen Tragödien, von deutschen, englischen, französischen, italienischen, russischen und amerikanischen Dramen bis zu Eigenproduktionen, von Shakespeare bis Dario Fo, von Aufführungen in der Stadthalle Gelnhausen bis zur Schulhof-Premiere.

In diesen vielen Jahren hat sich gezeigt, dass unser Langzeit-Projekt nicht nur die Schulkultur bereichert hat, sondern auch jedes Jahr wieder unsere Schule und ihre Leistungen einer großen Öffentlichkeit vorstellt. Wir erreichen damit nicht nur allgemeine Aufmerksamkeit für die Arbeit der Beruflichen Schulen Gelnhausen,  sondern auch eine Bindung ehemaliger Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Eltern an unsere Schule. Dies zeigt sich jedes Jahr wieder im Zuschauerraum der Stadthalle Gelnhausen.

Mit einer Openair-Aufführung von William Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“ in unserem Schulhof , umgeben von einem wundervollen Shakespeare-Jahrmarkt, feierten wir so Anfang Juni 2004 öffentlich unser 20jähriges Bestehen. Die Theatergruppe wurde dabei von über 40 weiteren Kolleginnen und Kollegen sowie ungefähr 200 Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Klassen und Tutorengruppen unterstützt. Im historischen Kostüm, mit Marktständen, Spielleuten, Tanzgruppen, historischen Speisen und Getränken gelang es ihnen, unseren Schulhof  in die Shakespeare-Zeit zu versetzen.

Ende Mai 2005 konnten wir in drei Aufführungen in der Stadthalle Gelnhausen Georg Bernard Shaws Komödie „Pygmalion“ auf die Bühne bringen.

Im Jahr 2006 öffnete sich der Vorhang für ein weiteres Experiment: Mit der Boulevard-Komödie „Die spanische Fliege“ betraten wir wieder einmal völliges Neuland. Neben unseren üblichen Aufführungsterminen spielten wir auch für die Seniorenclubs Gelnhausens.

2007 führten wir Max Frischs zeitkritische Parabel „Biedermann und die Brandstifter“ auf, die sich mit den Folgen von Radikalismus, Extremismus, Intoleranz auf der einen Seite und einer falschen Toleranz und Feigheit auf der anderen Seite auseinandersetzte. Die Kartennachfrage von Schulen der Umgebung war diesmal so groß, dass zahlreiche Anmeldungen leider nicht berücksichtigt werden konnten.

Unserer Tradition folgend, stand 2008 wieder eine eher leichte Komödie auf dem Spielplan: „Pension Schöller“ von Carl Laufs. Seit vielen Jahren schon ein Renner auf deutschen Bühnen bietet das Stück den beteiligten Schülerinnen und Schülern jede Menge urkomischer Typen, absurde Situationskomik und die Möglichkeit, einmal voll „aus der eigenen Haut zu schlüpfen“.

2009 ist für uns ein besonderes Jahr: Wir feiern das 25jährige Bestehen der Theatergruppe der Beruflichen Schulen Gelnhausen. Zurück zu den Anfängen könnte das Motto sein: Mit Georg Büchners “Leonce und Lena” bringt die Theatergruppe das Stück auf die Bühne, mit dem sie im Jahre 1984 gestartet ist.

Nach wie vor und mittlerweile in verstärktem Maße gilt aber:

Mittlerweile zeigt sich, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler angesichts der deutlich gestiegenen schulischen Anforderungen und der prekären Ausbildungschancen nach ihrem Schulabschluss einfach keine Zeit und Motivation mehr haben können, neben einer vollgepackten Schulwoche ihren freien Samstag für Theaterproben zu opfern.

Auch unserer Schule fehlen zunehmend die Möglichkeiten, Projekte wie unseres zu unterstützen. Mittel- und Personalkürzungen zwingen dazu, sogar äußerst sinnvolle Projekte zu streichen, um den politischen Vorgaben der derzeitigen hessischen Landesregierung zu genügen.

Deshalb: Ob wir, als die mit Abstand älteste Theatergruppe an einer Beruflichen Schule in Hessen, auch noch weiterhin bestehen können, hängt entscheidend von Ihrer Unterstützung als Eltern, Ausbildungsbetriebe und Vertreter der Wirtschaft ab. Unterstützen können Sie uns zum Beispiel durch den Besuch einer unserer Aufführungen, durch Werbeaufträge in unserem Programmheft zum Projekt 2009, Sachspenden oder persönliche Mithilfe. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bleibt Kultur meistens als erstes auf der Strecke: Ihre Gleichgültigkeit ist tödlich für uns.

Im September 2008 hat unser 25. Theaterprojekt mit “Leonce und Lena” von Georg Büchner begonnen. Wie immer können Schülerinnen und Schüler aller unserer Schulformen daran teilnehmen.

Das Ergebnis unserer monatelangen Vorbereitungen präsentieren wir:

Premiere

Samstag, 16. Mai 2009, Stadthalle Gelnhausen 20:00 Uhr

Schulaufführungen

Montag, 18. Mai 2009

Dienstag, 19. Mai 2009, jeweils 09:30 Uhr

Eintritt: Erwachsene 7 Euro, Schüler 4 Euro

Vorverkauf: Grimmelshausen Buchhandlung Gelnhausen (ab Mai 2009)

Unser Dank gilt an dieser Stelle allen Betrieben und Firmen, die uns im ablaufenden Jahr in verschiedensten Formen geholfen haben. Ganz besonders aber allen beteiligten Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften und vielen Eltern.

 
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